Was sind Nosoden?

Nosoden (von griechisch nosos, Krankheit) sind mit anderen Worten also homöopathisch aufbereitete und hochverdünnte Mittel. Sie werden aus pathologisch oder krankhaft verändertem Material hergestellt. Typische Ausgangsstoffe für diese speziellen Arzneimittel können sein: Blut, Eiter, Sekrete, sonstige Ausscheidungen und Krankheitserreger oder gar Hormone.

Nosoden sind nicht mit den heutigen Impfstoffen gleich zu setzen und dürfen nicht mit diesen verwechselt werden. Es sind homöopathische Arzneimittel, für die widerum Impfstoffe aber durchaus die Ausgangssubstanzen bilden können.

In der Literatur wird der Begriff "Nosoden" das erste Mal im Jahre 1832 verwendet. Tatsächlich aber sind ähnliche Ansätze schon seit vielen Jahrhunderten in den unterschiedlichsten Hochkulturen bekannt. So fingen bereits die alten Chinesen vor über 1000 Jahren Blutsekrete von Kranken auf und verdünnten diese. Sie fingen den Inhalt der Pusteln von Pockenkranken auf und impften oder schnupften die daraus gewonnen Mittel zur Vorbeugung.
Im Jahre 1758 griff der englische Tierarzt Edward Jenner diese Methode auf. Er nutze die überlieferten Verfahren und Techniken, um auf eben diese Weise eine Impfung gegen die Kuhpocken-Krankheit herzustellen.

Der eigentliche Start der Nosoden-Therapie fand 1820 statt. Wilhelm Lux erhielt den Auftrag, ein geeignetes Mittel zur Behandlung und Prävention von Räude und Rotz zu finden, zwei zur damaligen Zeit vorherrschende Krankheiten unter Weidetieren. Da Lux kein geeignetes Simile zur Verfügung stand, nahm er einen Tropfen Blut von einem an Räude erkrankten und Schleim von einem an Rotz erkrankten Tier. Beides potenzierte und verschlug er bis zur homöopathischen Verdünnungsstufe C30 und erhielt dadurch ein "Aequalia". Durch seine Erfolge beflügelt, formulierte Lux den Grundsatz "Aequalia aequalibus curentur – Gleiches möge mit Gleichem geheilt werden".

Der Amerikaner und klassische Homöopath Constantin Hering griff schließlich die Idee, Krankheiten mit ihren eigenen Krankheitsprodukten zu behandeln, im Jahre 1831 auf und behandelte damit seine Patienten. Sein erstes Präperat zur Anwendung bei Menschenkrätze nannte er Psorin. Als Ausgangssubstanz für dieses bei seinen Kollegen zunächst nicht unumstrittete Mittel verwendete er ausschließlich Krätzeeiter. 1832 schließlich wurde von Hering in der 43. Ausgabe der "Allgemeinen homöopathischen Zeitung" zum ersten Mal der Begriff "Nosode" für diese Art von speziellen Arzneimitteln verwendet.